February 14, 2012

Die Berliner Kulturlandschaft wird ihm ganz bestimmt nachtrauern – dem Guggenheimmuseum. Als einzige deutsche Dependance war das Deutsche Guggenheim eine rare Institution des ansässigen Kunstmarktes. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Schon zum Jahresende wolle man für immer die Pforten schließen. 

So endet die Kooperation des Salomon R. Guggenheim Museum (Sitz New York) und der Deutschen Bank. Die Räumlichkeiten werden, so die Deutsche Bank, ab nächstem Jahr für ein geplantes Wirtschaftsforum dienen, welches die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Politik verbessern soll. 

Dabei hatte alles so ambitioniert begonnen. Man einigte sich im Jahre 1997 auf eine längerfristige Zusammenarbeit. Es war das größte private Kunstprojekt dieser Art und man konkurrierte direkt mit den Berliner Museen. Das Deutsche Guggenheim bot Künstlern ein Forum, die von der Museumsdirektion schlichtweg vergessen, oder nicht gewürdigt wurden. Namenhafte Vertreter zeitgenössischer Kunst stellten hier ihre Werke aus. Künstler wie Jeff Wall, Anish Kapoor oder auch Pawel Althammer, der eine komplette polnische Fabrik in die Räumlichkeiten des Guggenheims verlagerte. 

Was genau die Deutsche Bank nun dazu trieb, ihr Mäzenentum aufzugeben, bleibt unklar. Auch bei der Biennale 2011 in Venedig war das Bankenhaus nicht als Sponsor aufgetreten. Man setzt künftig auf Dialog in multipler Form. Anscheinend will die Deutsche Bank weg vom Ruf der elitären Heuschrecken. Der Ruf des Unternehmens leidet seit Jahren unter der dubiosen Rolle ihres Vorsitzenden Ackermann. Ein Kunstmuseum passt offensichtlich nicht mehr in ein transparentes Marketingkonzept. Es gilt die elitäre Attitüde abzuschütteln, denn der Sammlung haftete seit jeher eine Upper-Class-Mentalität an, die sündhaft teure Werke an den Geldadel verhökert.