August 22, 2011

Mit einer neuen Software soll die Zensur des Internets umgangen werden.

Informatiker der Universität Waterloo und der des Bundesstaats Michigan haben in Kooperation die Antizensurtechnik „Telex“ entwickelt und auf einer Technikkonferenz in San Francisco vorgestellt. Ziel dieser Software sei es, die Freiheit im Internet auch in autokratisch und repressiv regierten Ländern zu gewährleiten „und sicherzustellen, dass Menschen Zugang zu Informationen auch dann erlangen können, wenn ihre Regierungen Teile des Internets vor ihnen verstecken wollen“, so Ian Goldberg, ein Informatiker der Universität von Waterloo.

Znsur, Foto: timo heuer_flickr

Einige Regierungen sperren bestimmte Inhalte des Internets für die Bewohner ihres Landes, um ihnen so den Zugang zu bestimmten Informationen zu verwehren, in Deutschland verstößt dieses Vorgehen gegen das im festgehaltene Recht auf uneingeschränkten Zugang Informationen aller Art (im Sinne des Artikel 5 GG).

Diese Software soll so funktionieren, dass sie direkt in das Internet eingebaut wird und das Internet quasi unzensierbar macht. Telex soll einfach zu verbreiten und schwer zu finden und zu blockieren sein.

Die Software wurde bislang lediglich getestet und vorgestellt, bis zur Massentauglichkeit müsse sie noch weiterentwickelt werden, so die Entwickler.

Auf einem Laborserver installierten sie die Software und surften damit in den vergangenen vier Monaten täglich im Netz. Sie testeten die Software auch über eine Telex-Anwendung in Peking. Damit konnten sie Youtube-Videos aufrufen, obwohl der Online-Videodienst in China blockiert wird.

Die Internetzensur, die Regierungen anwenden, nutzt in der Regel Firewalls in ihren Netzwerken, um den Datenverkehr einzuschränken: entweder werden Seitenaufrufe blockiert oder die Übertragung unerwünschter Inhalte gestoppt. Telex arbeitet nach einem anderen Prinzip, sie wollen mit den Internetprovidern kooperieren und auf den PC, die den Datenverkehr regeln die Telex-Software installieren.